Wirtschaftsspiegel Thüringen – Ausgabe 02/2021

Rubrik 28 Foto oben: TU Ilmenau/Hajo Dietz,unten: TU Ilmenau/Michael Reichel und müssen. Mit der zentralen Anbin- dung an verschiedene Infrastruktur- wege im bundesweiten Straßen- und Schienennetz sowie dem aktuellen Aus- bau von Glasfaserbreitbandnetzen punkten wir mit harten Standort- faktoren. Den Alumni wird eine lebenslange Ver- bundenheit zu ihrer Alma Mater nach- gesagt. Sie sind jetzt Chef der Stadt, in der Sie studiert und promoviert haben. Wie wirkt sich das auf Ihre Amtsführung aus? Tatsächlich prägt mich diese Vergan- genheit sehr. Über den Umweg durch die Technische Universität konnte ich Ilmenau zu meiner Heimat machen – ein Werdegang, der in einer Universi- tätsstadt nicht unüblich ist. Tatsächlich sehe ich viele Verbindungen zwischen der analytischen Arbeit als Wissen- schaftler beziehungsweise der Lehr- tätigkeit mit Studierenden und meiner Tätigkeit als Oberbürgermeister. Jetzt sind die Entwicklung der Stadt Ilmenau, basierend auf der Identifikation von Problemen und dem Anbieten von Lö- sungsansätzen, genau wie der Aus- tausch mit den Menschen mein Fokus. Bei welchen Themen pflegen Sie den Austausch mit der TU besonders? Was ist Ihnen am wichtigsten in der Zusam- menarbeit mit der Universität? Die Stadt Ilmenau und die Technische Universität sind in einer Art Symbiose, wir sind Partner. Wir sind – im positiven Sinne – aufeinander angewiesen und profitieren von- einander. Diese Symbiose noch mehr mit Leben zu fül- len ist mir wichtig. Weiche Standortfaktoren sind ne- ben der reinen Qualität der Studiengänge ein zentraler Faktor für die Studierendenwerbung. Im Umkehrschluss profitieren wir nicht nur demografisch von jedem Menschen, der nach Ilmenau kommt. Die Universität bereichert Kultur und Wirtschaft. Als ein- zige Stadt mit einer technischen Universität in Thüringen möchten wir natürlich auch wissenschaft- liche und technische Erkenntnisse noch mehr im Lebensalltag der Menschen sehen. Daher wollen wir insbesondere im Bereich des Transfers wissenschaft- licher Erkenntnisse und der Förderung von Unter- nehmensgründungen noch enger zusammenarbeiten. Davon profitieren wieder die Unternehmen und die Menschen, die hier leben. Stichwort Ausgründungen und Start-ups. Welche Be- dingungen können Sie Unternehmensgründern in Ilmenau bieten? Ilmenau bietet für Gründerinnen und Gründer die Möglichkeit, im Umfeld einer Univer- sität mit besten Standortbedingungen zum Leben ein ideales Umfeld zum Aufbau eines Unternehmens. Viele der erfolgreichen Unternehmen, insbeson- dere im Technologiesektor, sind Neu- gründungen der letzten drei Jahrzehnte. In Ilmenau haben wir kurze Wege. Un- sere Wirtschaftsförderung ist in engem Kontakt mit der Gründungsunterstüt- zung der TU Ilmenau, dem Ilmkubator, sodass wir bereits frühzeitig Start-ups mit den regionalen Unternehmen und Netzwerken verbinden und so Syner- gien fördern können. In unserem Tech- nologie- und Gründerzentrum – in di- rekter Nachbarschaft zum Universitäts- und dem entstehenden Innovations- campus – können Start-ups unter ande- rem Co-Working-Spaces nutzen oder nach Gründung von einer Kaltmietför- derung profitieren. Beim Unterneh- mensaufbau können sie auf das kompe- tente und international agierende Alumninetzwerk von auftakt. Das Grün- derforum Ilmenau zurückgreifen und über dessen VC Campus-Format In- vestoren gewinnen. Auch bei den weichen Standortfaktoren finden Gründende für sich und ihre Mit- arbeitenden beste Bedingungen vor. Mit seiner naturnahen Lage ist Ilmenau at- traktiv für sportbegeisterte junge Men- schen und bietet durch die zentrale Autobahnanbindung eine gute Aus- gangslage für Wochenendtrips. Campus der Technischen Universität Ilmenau Technische Universität Ilmenau

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