Wirtschaftsspiegel Thüringen – Ausgabe 02/2021
Zukunft 8 Foto: studio v-zwoelf -stock.adobe.com Deutschland mit Aufholbedarf bei Informationstechnologien KfW-Studie zu Zukunftstechnologien Deutschland verfügt über ein ausdiffe- renziertes Technologieprofil mit vielen Erfolg versprechenden Anknüpfungs- punkten für die Zukunft. Eine aktuelle von KfW Research beim Fraunhofer Institut für Innovations- und Systemfor- schung (ISI) in Auftrag gegebene Studie zeigt die Stärken und Schwächen der hiesigen Wirtschaft mit Blick auf Zukunftstechnologien. Gut aufgestellt ist Deutschland demzufolge besonders bei Kfz-relevanten Technologien, aber auch im Bereich Produktionstechno- logien, Umwelt- und Klimaschutz sowie den Medizintechnologien. Dies zeigt die Analyse von Patenten, wissenschaftlichen Publikatio- nen und Markenanmeldungen. In einem zentralen Feld besteht jedoch erheblicher Nachholbedarf: In- formationstechnologien – welche die Grundlage der Digitalisierung bilden – stellen keine deutsche Stärke dar. „Gerade für Deutschland als Technologienation ist es wichtig, mit Hilfe von Innovationen, technischem Fort- schritt und Wettbewerbsfähigkeit in zentralen Techno- logiefeldern Wachstum zu schaffen. Nur so können zukunftssichere Arbeitsplätze geschaffen und der Wohlstand gesichert und vermehrt werden“, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW.„Deutsch- land kann dabei auf vielen traditionellen technologi- schen Stärken aufbauen. In Sachen Digi- talisierung allerdings muss Deutschland dringend aufholen.“ Informationstechnologien sind Schlüs- seltechnologien, die bereits heute hohe Bedeutung auch für andere Wirtschafts- zweige wie Kraftfahrzeuge, Maschi- nenbau oder Chemie haben – und diese Bedeutung wird weiter zunehmen. „Es führt also kein Weg vorbei an der Digitalisierung. Eine Erweiterung des Kompetenzspektrums bei Informations- technologien ist notwendig, sonst bleibt dieses wertvolle Wertschöpfungspoten- Eine Studie der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bescheinigt Deutschland ein insgesamt ausdifferenziertes Technologieprofil. Gute Ausgangspositionen sieht das Papier bei Kraftfahrzeugs-, Produktions- sowie Umwelt- und Klimaschutztechnologien. Es führe jedoch kein Weg an der Digitalisierung vorbei. Das Kompetenzspektrum müsse auf Informationstechnologien erweitert werden, heißt es darin.
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