Wirtschaftsspiegel Thüringen – Ausgabe 02/2021

Zukunft 9 zial für Deutschland verschlossen“, so Köhler-Geib. Ziel muss es sein, vor allem in der Anwendung dieser Technologien international wettbewerbsfähig zu wer- den. Für die aktuelle KfW-Studie wurden ins- gesamt 32 potenzielle Zukunftstech- nologien untersucht, bei denen eine ho- he Marktrelevanz bereits in mittlerer Frist (5–10 Jahre) zu erwarten ist. Die identifizierten Zukunftstechnologien decken eine große Bandbreite ab und spiegeln die vielfältigen Facetten der technologischen Kompetenz Deutsch- lands wider. Die Studienergebnisse las- sen sich wie folgt zusammenfassen: Bei den Kraftfahrzeugtechnologien – wie hybridelektrische Kfz, Batterietech- nik, elektrische Traktionsmotoren, Leichtbau bei Kfz und autonomes Fahren – sind die deutschen Unterneh- men technologisch gut aufgestellt. Diese Technologien setzen bei bereits bestehenden, klassischen deutschen Stärken an. Ein weiteres Engagement in der Forschung ist jedoch erforderlich, vor allem um Kompetenzen in der Elektromobilität aufzubauen. Informationstechnologien stellen für Deutschland hin- gegen eine Herausforderung dar. Ihnen kommt eine wachsende Bedeutung in vielen anderen Techno- logiefeldern und Wirtschaftszweigen zu. Allerdings sind die technologischen Kompetenzen Deutschlands hier nur mittelstark ausgeprägt. Da es wenig realis- tisch erscheint, nur durch verstärkte Forschung und Entwicklung in wenigen Jahren international den Anschluss bei der Entwicklung dieser Technologien zu erreichen, sollte bei diesen Technologien ein beson- deres Augenmerk auf den Aufbau von Kompetenzen in ihrer Anwendung – insbesondere in der Produk- tionstechnik – gelegt werden. Umwelt- und Klimaschutztechnologien adressieren di- rekt gesellschaftliche Bedarfe, deren langfristige Bedeutung außer Frage steht. Damit sich diese Tech- nologien wirtschaftlich auch auf kürzere Sicht für Unternehmen rechnen, ist es wichtig, zuverlässige Rahmenbedingungen für deren Nutzung zu schaffen, wie etwa die CO 2 -Steuer. Die Anreize, in Umwelt- und Klimaschutz zu investieren, müssen auf breiter Front gestärkt werden. Produktionstechnologien zählen zu den traditionellen deutschen Stärken. Eine besondere Herausforderung für deutsche Unter- nehmen ist der neue Markt der additi- ven Fertigung und die weitere Integra- tion der Informationstechnik. Zu den Zukunftstechnologien der Me- dizin zählen beispielsweise neue Impf- stoffe, die lange Zeit als ökonomisch wenig attraktiv galten. Mit der Corona- Pandemie haben Impfstoffe eine neue Bedeutung bekommen. Da es in den kommenden Jahren immer wieder ähn- lich gefährliche neue Viren geben wird, kann ein erhebliches Wachstumspoten- zial angenommen werden. (em/tl) Die vollständige Analyse von KfW Research ist abrufbar unter: tinyurl.com/m3wpx7xy

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